Bilder Machen


Über meine künstlerische Arbeit
“ … erschließe ich mir die Welt und mich. Wir rücken näher zusammen bzw. ich binde mich stärker in die Welt ein. Es hat mit dem Verstehen der Welt zu tun. Als erwachsener Mensch fällt mir dies leichter, wie ich es als Kind erlebt habe. Eine immer gleichbleibende Position und Methode auf diesem Weg beizubehalten, entspricht nicht meinem Drang, dauernd Neues kennenzulernen und eine Beziehung dazu aufzubauen. Habe ich etwas verstanden und innerlich vollzogen, muss ich weiter schreiten. In dieser Haltung, die von permanenten Zweifeln über die eigene Position begleitet ist, empfinde ich meine Konstanz.“

Diese Zeilen stammen aus dem Jahr 2003. Nach der figürlichen Malerei hatte ich damals bereits über Jahre hinweg intensive Erfahrungen mit der Fotografie gesammelt und wiederum eine Ausdrucksform gefunden, die in diesem Medium für mich überaus spannend und Resonanz reich war. Dennoch bin ich auch dabei nicht geblieben. Treu geblieben bin ich allein obigem Statement.
In meiner künstlerische Arbeit geht es mir nicht darum eine wieder erkennbare Position oder Formel zu erzeugen, sondern ungeachtet der eingesetzten Mittel – Malerei, Zeichnung, Fotografie – Formen und Aussagen zu finden, die zum jeweiligen Zeitraum stimmig sind und in der Summe der Erfahrungen einen persönlichen Fortschritt ermöglichen.
Es geht mir nicht um einen (wieder erkennbaren) Stil, sondern vielmehr um eine innere Haltung.
Meine Arbeit, die ich als „Bilder Machen“ bezeichnen möchte, ist ungeachtet einer äußeren Bewertung, Ausdruck einer Lebensgestaltung, die auf eine bewusste und vielschichtige Wahrnehmung baut und sich sowohl der Reflexion darüber, aber auch – davon beeinflusst – einer melancholischen Weltsicht, nicht entziehen kann.

1. November 2015                                                                                > Texte aus meinem Arbeitsbuch

 

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Bild 0071, 2010 aus Werkgruppe „Stoffliches“ CMYK streng, 2012 aus der Werkgruppe „Ortungen“